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Herkunft der Sage

Die Nibelungensage ist ein, im deutschen und skandinavischen Mittelalter weitverbreiteter, heldenepischer Stoff, der über Jahrhunderte in zahlreichen voneinander abweichenden Fassungen überliefert ist. Seine bekannteste schriftliche Fixierung ist das mittelhochdeutsche Nibelungenlied (um 1200, wahrscheinlich aus dem Raum Passau).

"Wie Brunhild zu Worms empfangen ward" (von Karl Schmoll von Eisenwerth, Quelle: Postkartensammlung Stadtarchiv Worms) 
"Wie Brunhild zu Worms empfangen ward" (von Karl Schmoll von Eisenwerth, Quelle: Postkartensammlung Stadtarchiv Worms)

Ursprünge des Nibelungenlieds

Die Sage schlägt sich in mittelalterlichen Quellen außer dem Nibelungenlied in der Saga von Dietrich von Bern (Thidrekssaga, altnordisch mit niederdeutschen Quellen, ca. 1250) und zahlreichen Liedern der Liederedda nieder. Darunter mehrere Sigurdlieder und das Ältere Atlilied (altnordisch, aufgezeichnet im 13. Jahrhundert nach teilweise viel älteren Quellen oder Vorstufen) sowie eine Prosa-Nacherzählung der Eddalieder in der Edda des Snorri Sturluson (altnordisch, ca. 1220), Völsunga-Saga, (altnordisch, ca. 1250).

Die Ursprünge der Sage reichen bis in das heroische Zeitalter der germanischen Völkerwanderung zurück. Ein historischer Kern der Sage wird in der Zerschlagung des Burgundenreiches im Raum von Worms in der Spätantike (um 436) durch den römischen Magister militum Aetius mit Hilfe hunnischer Hilfstruppen gesehen. Weitere Anknüpfungspunkte bieten die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern 451, der Tod Attilas sowie die Geschehnisse im zweiten Burgunderreich an der Rhone und die Geschehnisse bei den Merowingern bis zum Tode Brunichildis 613.

Der Privatgelehrte Heinz Ritter-Schaumburg vertrat die Auffassung, das "christlich geprägte" und sich auf die alten maeren berufende Nibelungenlied beruhe auf einer Frühform der "heidnisch geprägten", von historischen Ereignissen im norddeutschen Raum des 5./6. Jahrhunderts n. Chr. berichtenden Thidrekssaga, die als Vorlage gedient habe. Diese These einer Historizität der Thidrekssaga wird von den meisten Fachgermanisten abgelehnt. Vielmehr seien sowohl das Nibelungenlied wie die Thidrekssaga schriftepische Bearbeitungen von schriftlichen und mündlichen Sagenfassungen, die im 12. Jahrhundert im ober- und niederdeutschen Sprachraum kursierten. Inhalt, poetische Form und Verwandtschaft dieser Fassungen werden sich nie genau bestimmen lassen. Jedoch wird heute mehrheitlich angenommen, dass die Thidrekssaga niederdeutsche, großteils schriftliche Quellen benutzt, die ihrerseits zu einem guten Teil Bearbeitungen schriftlicher oberdeutscher (bairischer) Vorlagen sind. Vor allem die Verlegung des Unterganges der Nibelungen nach Westfalen scheint sekundär zu sein.
 

weiter lesen: Siegfried und die Frauen

 

Hinweise:

Quelle Text: Wikipedia.de

Foto: Es zeigt eines der Nibelungenbilder des Künstlers Karl Schmoll von Eisenwerth. Seine für das "Cornelianum" in Worms geschaffenen Wandbilder verbrannten bei der Zerstörung des Cornelianums im 2. Weltkrieg 1945, doch existieren noch viele Entwürfe aus einer Privatsammlung und die Kartons (Vorzeichnungen) in Originalgröße.